Gastkolumne
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Es ist doch interessant, wie Menschen aus der Wirtschaft über die Qualifikation von Schülern für den Beruf denken. In lockerer Reihenfolge bringen wir solche Stellungnahmen.

Herr Udo Aull, Geschäftsführer einer namhaften Firma im Schwarzwald schrieb uns:

 "Von den Bewerbern auf einen Ausbildungsplatz erwarte ich:
- echtes Interesse für den Beruf
- Zuverlässigkeit, also möglichst keine unentschuldigten Abwesenheiten bei Projektarbeiten usw.
- Zeugnisse, die zeigen, dass auch Bereitschaft zum Lernen vorhanden ist. Es dürfen auch ein / zwei Vierer drin sein, dann aber eben auch Einser oder
zumindest Zweier - ich erwarte keine Allround-Genies, aber ein paar Stärken sollten schon zu erkennen sein. Dabei sehe ich zunächst nicht darauf, ob es sich um ein Hauptschul-, Realschul- oder sonstiges Zeugnis handelt, ich möchte aus den Noten ersehen, ob der Bewerber zumindest eine generelle Leistungsbereitschaft und -Fähigkeit zeigt.
Da können Berufspraktika oder andere Referenzen das Interesse unterstreichen.

Außerdem erwarte ich, dass ein Bewerber, der noch nicht 18 ist und einen größeren Anfahrtsweg zur Firma haben würde, selbst eine Lösung vorlegt, wie er pünktlich am Ausbildungsplatz erscheinen will.

Von meinen Auszubildenden erwarte ich:

- Identifikation mit dem Beruf
- Streben nach Selbständigkeit - wenn jemand etwas kann, sollte er auch die
Verantwortung dafür übernehmen können
- Den Wunsch, wirklich gut zu werden auf dem Posten auf man ist
- Fähigkeit zur guten Zusammenarbeit mit anderen, auch mit Leuten, die einem
vielleicht nicht liegen
- Flexibilität, das heißt, nicht nur die Sachen machen zu wollen, die einem
liegen, sondern alle Aufgaben, die eben gemacht werden müssen, aber auch die Bereitschaft, Arbeitszeiten an die Anforderungen in gewissem Rahmen anzupassen
- Dass sie sich auf ihren Hintern setzen und auch was lernen. Nicht nur Abiturienten oder Studienabgänger müssen was für gute Ergebnisse tun."

Und dann kann man nur das unterstreichen, was mal der Chef in einer Porzellanfabrik gesagt hat:

"Ich warte nur darauf, dass da einer kommt und sagt: "Ich will was werden!"
Jemand der weiterkommen will und sich dabei engagiert anstellt, hat überall eine Chance!